Direkteinsprünge



Buchabbildung "Pauls Essen"
  • Hauptsache, das Brot ist gut.
    Drei Monate lang, Mahlzeit für Mahlzeit, hat Claessen seine Teller fotografiert, unprätentiösere Fotos kann man wohl kaum machen. Claessen ist offenbar ein Freund der, sozusagen, verschärften Lakonie. So entsteht in „Pauls Essen“, gewollt oder nicht, eine Ehrlichkeit, die erfrischend wirkt angesichts all der Kochsendungen, teuren Kochbücher und Utensilien, die heutzutage zur Selbstdefinition gerade der Akademiker zwingend zu gehören scheinen – und angesichts der Tatsache, dass dennoch so erstaunlich viel Tiefkühlpizza, Dosenfutter und Toastbrot verkauft wird.
    Untertitelt ist das karge Oeuvre mit adäquater Sparsamkeit. Zuweilen mit Aufwärmanleitungen, zuweilen auch mit Selbstbeobachtungen, die angesichts eines rechteckigen, panierten Fischfilets mit Fertig-Püree lauten können: „Ich denke, meine Pommesphase geht zu Ende, und ich bin gespannt, wie lange es noch geometrische Fischformen gibt.“ Das reizt nicht nur zum Lachen – wer in der wunderschönen Welt der Bioleks, Jamie Olivers und Zacherls unterwegs ist, wird auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: So schaut kulinarischer Alltag in Deutschland aus. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. August 2008

  • Paul Claessen hat den kulinarischen Alltag jenseits der Gourmet-Küche dokumentiert: Sein täglich Brot. Oder Pommes, oder Fleischsalat, oder Schokoladentäfelchen mit Minzfüllung. Ist dieser Mann verrückt? Nein, Verleger. Und Fotograf, und Gestalter, ein kreativer Tausendsassa, dem das Hohe Lied auf die Sterne- und Gourmetspeisen dieser Welt auf den Keks geht.
    „Pauls Essen“ ist ein Schmunzelbuch. Unerschrockene könne es aber auch als Ideengeber für Spätspeisen oder Spontangerichte ansehen. Frankfurter Rundschau, 22. September 2008

  • Wer ist eigentlich Paul? Einer der Autoren des Nizza Verlag sorgt mit seinem ganz persönlichen Projekt für Verwirrung. Journal Frankfurt, Nr. 18, 2008

  • Dieses Kochbuch für Wenigkocher ... stärkt uns essensmoralisch den Rücken. Wir dürfen mit noch größerem inneren Einverständnis essen, was wir ohnhin gern essen. Paul Claessen zeigt uns, dass ein Fleischsalatbrot nicht eklig ist, er gibt uns die Linsensuppe mit Würstchen zurück und verachtet trotzdem nicht die Besserkulinarik. 069, Kulturmagazin Frankfurt, 2/2008