Direkteinsprünge



Buchabbildung "Als der Champagner floss"
  • Über die 80er Jahre wurde schon viel gesagt und geschrieben. Fast 20 Jahre nach der Wende ist das letzte Jahrzehnt der Bonner Republik voll im Trend – nicht nur in Sachen Zeitgeschichte oder Mode. Eine kulturästhetische Einordnung dieser Zeit des Postmodernismus und des Hedonismus legen nun die ehemaligen „Pardon“-Redakteure Gerhard Kromschröder und Nikolaus Jungwirth vor. Die Autoren haben Fotoaufnahmen, Zeitungsausschnitte, Werbeanzeigen, Plakate und Katalogauszüge gesammelt und diese liebevoll zu Collagen arrangiert. Im Layout eines 80er-Jahre-Hochglanzmagazins werden da so manche Erinnerungen wachgerufen. Zu kleinen Details auf den Bildern haben Kromschröder und Jungwirth kurze Texte verfasst, die Lebensgefühl, Zeitgeist, Mode und Politisches kulturhistorisch, ästhetisch und witzig kommentieren. Weser Kurier, 16. November 2008

  • Die solide Grundausbildung in der „Neuen Frankfurter Schule“ ist es, die diese Neuerscheinung von vergleichbaren Kompendien deutlich unterscheidet. Denn mehr als alles andere sind es „Bild“ und Illustriertenfotos und vor allem reichlich Werbung, die den medialen Spiegel für diesen komischen Rückblick vorstellen. Und auf dieser Folie zeichnen Jungwirth und Kromschröder beinahe in „Titanic“-Manier mit kurzen, mehr oder weniger erläuternden Texten die Achtziger als Jahrzehnt des Hedonismus und des Abgesangs auf die großen Utopien.
    Was wirklich wichtig war im Kohlschen Jahrzehnt der geistig-moralischen Wende, Jungwirth und Kromschröder finden es bevorzugt im Trivialen, im ganz banalen Alltag. Und zeigen die achtziger Jahre, wie sie trotz Pershings, Startbahn West und atomfreien Zonen wenigstens auch waren: seltsam komisch. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. November 2008

  • Schreiend komische, aber durchaus pointierte Bild-Analyse der achtziger Jahre, dem letzten Jahrzehnt der Bonner Republik. Frankfurter Rundschau, 5. Dezember 2008